Testbestellungen von Google

Wer einen Onlineshop betriebt und seine Produkte über das Google Merchant Center bei Google Shopping eintragen möchte sollte die eMail-Adressen seiner Neukunden im Auge behalten bevor er Ware verschickt.

Wenige Tage nach Eintragung des Shops in das Google Merchant Center erhält man nämlich eine Bestellung von diesen Kundendaten:

[email protected]
Rainer Muller
Alsenweg 2
68305 Mannheim

Die eMail-Adresse existiert nicht – eMails kommen mit entsprechender Fehlermeldung zurück. Hinter der Straßenadresse verbirgt sich eine McDonalds-Filiale, deren Personal keine Ahnung von der Bestellung hat. Die IP-Adresse, von der die Bestellung aufgegeben wird ist immer die 104.132.8.73, welche auf Google LLC in Dublin, Irland registriert ist.

Bei multinationalen Shops erfolgen zusätzliche Testbestellungen mit abgewandelten eMail-Adressen (z.B. [email protected] für englische Shops).

Wer nur Instant-Payment Zahlungsmöglichkeiten wie Paypal, Kreditkarte, Sofortüberweisung etc. zulässt hat lediglich eine nicht abgeschlossene Bestellung zu fürchten, um deren Löschung sich das Shopsystem selbst kümmert. Wer jedoch Lastschriftverfahren oder Versand auf Rechnung zulässt wird wohl Ware verschicken, die er nur mit etwas Glück und einem guten Logistikpartner wieder zurück erhält, denn bei angebotenem Lastschriftverfahren werden sogar gefälschte Kontodaten übermittelt.

Es handelt sich offensichtlich um eine dubiose, äußerst unseriöse Geschäftspraktik von Google, die die Funktionen des Shops testen soll. Dass die bewusste Angabe falscher Vertragsinformationen als Betrug strafbar ist, interessiert Google dabei scheinbar nicht. Scheinbar fühlt man sich als Weltkonzern in der Steueroase nicht nur beim Steuerbetrug sicher, sondern auch bei anderen Straftaten.

Aus den genannten Gründen ist es wohl jedem Shopbetreiber zu empfehlen, diesen Regex als mögliche Kundenadresse zu sperren:

^test[a-z]{2}@gmail.com$

Bei Shopsystemen, die das nicht können, kann man z.B. auch über das Backend Pseudo-Kunden mit den genannten eMail-Adressen erstellen und ihre Konten deaktivieren. Somit schützt man sich effektiv vor der Erstellung entsprechender Betrugskonten durch Google.

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