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Swapdateien in Linux

Linux nutzt traditionell Swap-Partitionen mit einem speziellen Dateisystem. Es ist jedoch auch in Linux möglich, Swap-Dateien zu nutzen.

Es gibt vielfältige Gründe für und gegen diesen Ansatz. Die Diskussion der Sinnahftigkeit soll allerdings nicht Gegenstand dieses Artikels sein. Er behandelt lediglich die technische Möglichkeit und den Weg der Umsetzung.

1. Swapdatei erzeugen

Im ersten Schritt wird eine Datei mit der gewünschten Größe erzeugt. Dazu nutzen Sie das Tool dd. Dieses Beispiel erzeugt eine 512 MB große Datei (1024 * 524288 KB Blockgröße):

dd if=/dev/zero of=/swapfile bs=1024 count=524288

Aus Gründen der Geschwindigkeit wird die Datei mit Nullen gefüllt (Quelle /dev/zero).

2. Dateisystem erzeugen

Im zweiten Schritt wird der neu erzeugte Swap-Speicher formatiert, genau wie das auch mit einer Swap-Partition geschehen würde:

mkswap /swapfile

3. Zugriffsrechte setzen

Als vielleicht wichtigsten Schritt muss die Datei mit passenden Zugriffsrechten versehen werden. Da sie im Root-Dateisystem liegt, ist sie für jeden sichtbar und muss daher gegen Einblicke durch Standard-Nutzer geschützt werden:

chown root:root /swapfile
chmod 0600 /swapfile

Mounting

4a. Temporäres Mounting

Wenn die Datei nur für begrenzte Zeit genutzt werden soll, kann sie mit einem simplen Kommando eingebunden werden:

swapon /swapfile

Spätestens beim nächsten Neustart ist der Swapspeicher aber wieder verschwunden.

4b. Dauerhaftes Mounting

Für eine dauerhafte Nutzbarkeit und automatischen Mounting bei Neustart ist ein Eintrag in der Datei /etc/fstab erforderlich:

swapfile1 none swap sw 0 0

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